Zwielicht

Schendelplatz, 26. Oktober 2021

Ins Zwielicht hinein klingelt die Glocke, die Abendglocke ist es. Es war den ganzen Tag hell gewesen und rasant dunkel geworden und ebenso rasant wieder hell. Die Leute spazierten mit den Pudeln, jetzt schon bedeckt mit Ponchos und Anoraks und Angora-Deckchen, also die Hunde. Ein junger Mann ging ganz komisch, so starr und stramm. Jemand setzte sich auf die Parkbank, und der Glimmstengel erhellte die nähere Umgebung, so düster war es da gerade. Das Schöne am Zwielicht ist, es ist eines dieser Wörter mit dem Potential des großen Verrücktmachens. Zwielicht, Zwielicht, Zwielicht, Zwielicht, Zwielicht. Lange geht das nicht gut. Sperrigkeit zu Beginn, dann eine vermeintliche Vokaldopplung, die jedoch übel abgebremst wird durch das behhäbige „L“ in der Mitte. Zwielicht.

Veröffentlicht von Christoph Braun

Christoph Braun, geboren 1970 in Friedrichsthal/ Saar, lebt in Berlin. Er verantwortet das Musikprogramm des Festivals Theaterformen in Niedersachsen. Nach "Hacken – Leben auf dem Land in der digitalen Gegenwart" (2012, Klett-Cotta) folgt 2016 die Arbeit am Roman "Rafi, Franzi und Michi reisen durch die rosa Halde" – zweiter Teil einer Trilogie über die Zeitalter der Industrie und der Kommunikation. Einen Dramaturgie-Container zum Text bietet Brauns Blog textezurpopmusik.wordpress.com.

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