Abfahrt: Alien

Das Wetter macht sich bemerkbar. Wieder bemerkbar, endlich, beim Blick aus dem Fenster. Regen ist schön, und schon lange war er nicht mehr so schön anzusehen wie heute. Auf dem Platz bilden sich Lachen in der Erde, Autoreifen greifen Pfützen, Wasserfetzen, Wassercluster, Wassertropefen vermengen sich und landen auf der Alten Schönhauser Straße und auf dem Trottoir, wo die Verdatterten warten.

Wie die Trotzigen auf Fahrrädern gegen den Wind sich stemmen. Die Verzweifelten ihre Sonntagseinkäufe erledigen bei La La Berlin. Ein 13-, 14-jähriges Mädchen vor lauter Langeweile den Platz begeht, Längen misst mit ihren Schritten, während Ma oder Pa Brot einkaufen in der Bäckerei gegenüber. An solchen Tagen brennt in der einen Wohnung in der Häuserfront gegenüber schon ab 14 Uhr das Licht, andere beleuchten zweieinhalb Stunden später, wenn es so richtig düster wird.

Das Schendelplatz-Theater. Eine ganze Woche war es geschlossen gewesen, eine TV-Produktion hatte auf beiden Seiten des Parks die Sicht verbaut. Für Container mit dümmlichen Figuren-Namen, Catering-Lastkraftwagen oder Kostüm-Wohnwagen. Endlich sind sie abgezogen, Abfahrt des Aliens, des unbekannten Dings aus einer anderen Welt. Und der Blick aus dem Fenster zeigt das Wesentliche. Endlich wieder Wetter.

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