Telefonzelle

Am Schendelplatz steht eine Telefonzelle. Wenn niemand hinschaut, dann telefoniert auch ab und zu jemand. Aber nur, wenn niemand hinschaut.

Schon den ganzen Herbst lang bescheint das magentafarbene Licht des Telefonzellendächleins die Blätter eines Parkbaums. Der Ahorn breitet sich in drei Metern aus in seine Krone. Von Anfang September bis Mitte November hat sich das Blätterwerk vom Sommergrün über Rot-Töne verfärbt und endete in einer wie gegerbten braunen Lederfarbe.

Jetzt sind fast alle Blätter abgefallen. Direkt über dem künstlichen Licht, dem weißen, um Quadrate ergänzten „T“, um das herum es so magentafarben leuchtet, ist das jedoch anders. Dort hängt noch ein Dutzend Blätter in diversen Größen, und bleibt. Sie halten zueinander, das Blattwerk und die Telefonzelle.

Veröffentlicht von Christoph Braun

Christoph Braun, geboren 1970 in Friedrichsthal/ Saar, lebt in Berlin. Er verantwortet das Musikprogramm des Festivals Theaterformen in Niedersachsen. Nach "Hacken – Leben auf dem Land in der digitalen Gegenwart" (2012, Klett-Cotta) folgt 2016 die Arbeit am Roman "Rafi, Franzi und Michi reisen durch die rosa Halde" – zweiter Teil einer Trilogie über die Zeitalter der Industrie und der Kommunikation. Einen Dramaturgie-Container zum Text bietet Brauns Blog textezurpopmusik.wordpress.com.

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