Vor dem Fenster

Was ich sehe, wenn ich aus dem Fenster blicke. Darum geht es hier, und das ist eine von mehreren Ebenen einer Geschichte am Entstehen; die Geschichte wird ziemlich sicher ein Roman. Mit den anderen Erzählsträngen halte ich mich verdeckt.

Der Schendelpark erstreckt sich als Rechteck zwischen Schendelgasse, der Boutiquenstraße Alte Schönhauser, der Wohnstraße Max-Beer sowie der Linienstraße. An der Schendelgasse beginnt der Freizietpark mit Beach-Volleyball-Feld, Tischtennis-Platten und Spielplatz.

Zur Linienstraße hin ergänzt der Schendelplatz das Städtebau-Ensemble: diverse Stadtbäume, Mauern und Bänke zum Verweilen, eine Station mit E-Rollern und Fahrrädern verschiedener Dienstleister. Weinmeisterstraße und vor allem Rosa-Luxemburg-Platz lauten die Namen der nahegelegenen U-Bahn-Stationen.

Am Schendelplatz führen die Gutbetuchten ihre Hunde aus. Die noch besser Betuchten lassen sie ausführen, und all diese Start-Up- und Immobilien-Typen vermengen sich hier mit den armen Leuten, die vornehmlich in der Max-Beer-Straße leben. Menschen mit wenig Geld, betreut in einem Wohnheim hier.

Ich schaue aus dem Fenster und sehe, wie die Recups dampfen in der Kaffeepause, wie die Augen sich schließen in der Knutschpause und wie die Kommentare und Einwürfe lauter und lauter werden am Sauf-Abend. Oder, heute: wie die Roteiche ihre Stängel abwirft, die vor zwei Wochen noch umfangreicher und länger waren als die Blätter.

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